Was geschieht, wenn sich eine Künstlerin und ein Gastrojournalist zusammen tun, um ein Kinderbuch zu gestalten?
Mit dieser Frage fing dieses Projekt an. Ehrlich gesagt, wir wussten es nicht. Wir kannten uns nicht, hatten uns vor dreißig Jahren ein paar Mal gesehen und seitdem aus den Augen verloren.
Die ersten Gespräche liefen aber viel versprechend, wir verstanden uns sofort. Wir trafen uns im Atelier, um die Konzeption zu besprechen. Was uns auffiel, wir hatten schnell die gleichen Ideen, es bedurfte keiner großen Worte, es war klar, wie es losgehen könnte.
Die ersten Rezepte wurden festgelegt, es war schnell entschieden, dass wir kein Buch machen wollten, in dem an jeder Ecke der erhobene Zeigefinger die Kinder bedroht.

Vulkanspaghetti, Billys Kürbis mit Hut & Kürbissuppe von Rolf, Auf großer Fahrt - Chicoreeschiffchen mit Garnelensalat - und Piratenspieße hießen die ersten Rezepte. Das kam aus der Küche.
Dann ging die Malerin ins Atelier und entwickelte daraus Bilder. Bilder voller Farben, Bilder, die auch die Rezepte weiterentwickelten, immer mit einem süffisanten Lächeln, Ironie, Tiefgang und viel Humor.
Wir zeigten die Rezepte und die Bilder unseren Freunden. Begeisterung schlug uns entgegen. Das machte Mut.
Pelle wurde mit den Bildern geboren, die Idee hatte plötzlich ein Gesicht. Wir stellten fest, da muss noch mehr rein, einige Rezepte und sechzehn außergewöhnliche Bilder konnten doch nicht alles sein.
Billy dachte sich daraufhin ein Märchen aus, Rolf setzte sich hin und schrieb das erste Lied.
Wir spürten, dass wir eine Tür aufgemacht hatten, die uns in eine sehr kreative Welt führte. Im Musikstudio bekamen wir Unterstützung, die Kinder von Freunden bastelten Handpuppen und wollten das Märchen aufführen.
Billy schrieb noch ein Drehbuch, die Kinder fingen gleich mit der Umsetzung ihrer Ideen an. Dieses Drehbuch, sowie die Lieder und die Bilder zum Ausmalen kann sich jeder kostenfrei aus dem Internet runterladen, um mit den Kindern zu malen, Musik zu machen oder Theater zu spielen.
Köche schickten uns Rezepte zu, luden uns zum Kochen mit den Kindern ein.
Billys Atelier wurde zur Kreativwerkstatt. Samstagmorgens versammelten sich Kinder und Erwachsene zum kochen, malen, Figurentheater spielen, filmen und um Berichte zu gestalten.
Selten erlebten wir soviel Energie und Kreativität in einem Raum, es war etwas Besonderes mit all diesen kreativen kleinen und großen Menschen diese Stunden zu teilen.
Vielleicht hat uns das Universum all diese Kreativität gesendet, vielleicht aber, gibt es einen ganz anderen Grund.
Als wir uns zum ersten Mal im Atelier trafen, lief Udo Lindenberg. Auf meine Bemerkung: „Gute Musik.“, meinte die Malerin: „Ich brauche ihn beim Malen, er inspiriert mich“.
Das tat er ja immer schon - auch bei mir. Vielleicht war er der Pate des Projektes und keiner wusste es? Uns ist nur aufgefallen, dass da in der Ecke des Ateliers die ganze Zeit ein Hut hing…
Billy Bärdges & Rolf Klöckner